Wie bekomme ich eine Soziotherapie?
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Fachärzte (Psychologen, Psychiater und auch Psychotherapeuten) können Soziotherapie verordnen.
Nur über diese Verordnung kann ich tätig werden. (Darüber hinaus ist eine Therapie als Selbstzahler möglich).
Hausärzte können außerdem einige Probestunden verordnen, damit eine Anbindung an einen Facharzt ermöglicht wird.
Wie läuft eine Soziotherapie ab?
Wir werden uns zusammen an einem neutralen Ort oder bei Ihnen zuhause treffen und uns erst einmalkennenlernen.
Grundlage einer Therapie ist eine tragfähige (therapeutische) Beziehung zwischen dem Patienten und dem Therapeuten.
Dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen.
Die Inhalte der Therapie werden gemeinsam mit Ihnen und dem behandelnden Arzt besprochen. Das Ziel sollte hier sein, dass wir zusammen realistische Ziele beschreiben, mit denen Sie sich besser fühlen können.
Dabei sollten diese realistisch sein.
Beispielsweise ist das Ziel, im Lotto zu gewinnen, an sich toll, aber schwierig zu erreichen.
An Möglichkeiten, Ihre finanzielle Situation zu verbessern, können wir allerdings arbeiten. Genauso können sich Probleme nicht einfach in Luft auflösen, aber die Voraussetzungen für einen leichteren und besseren Umgang mit ihnen können hergestellt werden.
Oft liegt die schwerste Hürde bei dem ersten Schritt, den ich gerne mit Ihnen gehen möchte.
Was sind die Inhalte?
Gemeinsam können wir daran arbeiten, Ihren Alltag zu erleichtern und den Umgang mit der Erkrankung zu verbessern.
Dazu gehören beispielsweise Behördenbesuche, Trainings von Telefongesprächen oder Übungen, um Ängste abzubauen.
Hier bieten sich gemeinsame Einkäufe, Spaziergänge oder Besuche an Orten, die Ihnen schwer fallen, an.
Dies kann auch eine Arztpraxis, oder ein öffentlicher Ort, wie ein Café sein.
Manchmal unterhalten wir uns einfach nur und Sie können sich entlasten, Ihren Frust ablassen und über Ihre Situation sprechen.
Eventuell fallen uns dann Möglichkeiten ein, um anders mit Problemen umzugehen?
Auch Entspannungsübungen und Begegnungen mit der Natur können dazu beitragen, Ihre Situation zu verbessern.
Oft fällt es Betroffenen schwer, ihre Erkrankung für andere Menschen sichtbar und vor allem nachvollziehbar zu machen.
Sie stoßen dann schnell auf Personen, die es scheinbar besser wissen.
„Stell dich nicht so an!“ oder „Du musst einfach nur mal aufräumen!“ und „Mach mal XY. Dann geht’s dir besser.“ sind Vorurteile und vermeintliche Tipps, die von psychischen Erkrankungen Betroffene immer wieder zu hören bekommen.
Dabei können Menschen, die selbst die Erkrankung nicht erlebt haben, die Tragweite und den Einfluss der Symptome nur selten nachvollziehen.
Die gut gemeinten Hinweise verfehlen dann ihre Wirkung und führen eher zur Verschlechterung der Befindlichkeit.
Hier können Gespräche mit Angehörigen, Freunden und Nachbarn nützlich sein, damit Sie mit Ihren Problemen besser von Ihrem Umfeld wahrgenommen werden.
Es kann auch helfen, andere Dienste oder Personen hinzuzuziehen, die Ihnen weiterhelfen können.
Dies kann ein Arzt sein, ein Sportverein, eine neue Freundschaft oder eine weiterführende Therapieform. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.
Zur Leistung der Soziotherapie gehört auch die Krisenintervention und -prävention.
Was gehört nicht dazu?
Die Soziotherapie dient dazu, die eigenen Möglichkeiten des Patienten zu erweitern und seine Selbstständigkeit zu verbessern.
Es finden also grundlegend keine Fahrdienste statt.
Zudem sind Putzdienste oder die somatische (körperliche) Pflege nicht Teil der Therapie.
Es erfolgt außerdem eine Abgrenzung zu anderen Leistungen wie der psychiatrischen häuslichen Krankenpflege (APP / pHKP), zum Ambulant Betreuten Wohnen (Assistenzleistungen) und zur Psychotherapie.
Die Soziotherapie kann allerdings diese Leistungen ergänzen oder dazu beitragen, sie zu ermöglichen.
Wird Soziotherapie von meiner Krankenkasse übernommen?
Soziotherapie ist eine Leistung der Krankenkasse und fest im Sozialgesetzbuch V verankert.
Somit kann grundsätzlich jede Kasse die Kosten übernehmen.
Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um die Leistung zu bekommen:
- Sie müssen an einer psychische Krankheit im Spektrum der „F“ Diagnose leiden.
Dies sind beispielsweise Depressionen, Schizophrenie, Persönlichkeitsstörungen, Zwangsstörungen, PTBS, sowie Angst- und Panikstörungen.
- Dabei muss, je nach Schwere der Krankheit, eine weitere Problemlage hinzukommen.
Es fällt Ihnen vielleicht schwer, selbst zum Arzt zu gehen?
Sie haben Probleme mit der Tagesstruktur oder leiden an einer körperlichen (somatischen) Erkrankung, zusätzlich zu der bestehenden psychischen Krankheit?
Dann ist eine Soziotherapie möglich.
- Ihr Hausarzt kann Probestunden verordnen.
Eine Anbindung an einen Facharzt wird dadurch erleichtert.
- Wenn Sie einen Facharzt, wie Psychologen oder Psychiater haben, kann dieser Soziotherapie in vollem Umfang verordnen.
Das sind maximal 120 Stunden innerhalb von 3 Jahren.
Immer 30 Stunden pro Verordnung.
Es wird von der Krankenkasse eine Zuzahlung i.H.v. ca. 7 € pro Stunde / maximal 10 € pro Tag erhoben.
Dieser Wert richtet sich nach dem Stundensatz für Soziotherapie der Krankenkasse.
Die Zuzahlung ist gesetzlich vorgeschrieben und wird vom Patienten direkt an die Krankenkasse gezahlt.
Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse.